Wohn-Riesterrente
Die sogenannte Riester Rente ist mittlerweile zum Inbegriff der staatlich geförderten Altersvorsorge avanciert. Erst jüngst wurde diese Unterstützung zur privaten finanziellen Absicherung im Alter weiter ausgebaut, sodass von nun an auch die Anschaffung von Wohneigentum begünstigt wird. So hat die Bundesregierung nach knapp zweijährigen Verhandlungen beschlossen, diese Eigenheimrente in die Tat umzusetzen. Damit soll ein Ersatz für die weggefallene Eigenheimzulage geschaffen werden.Was ist eine Wohn-Riester-Rente?
Das Eigenheimrentengesetz gilt nicht nur für Eigentumswohnungen und Häuser, sondern auch für Anteile an Wohnungsgenossenschaften- oder Altersheimen. Mit einer derartigen Altersvorsorge können sowohl der Bau als auch der Kauf oder die Sanierung einer Immobilie finanziert werden. Für eine solche Baufinanzierung darf der gesamte bereits zusammengetragene Sparbetrag eines Riesterprodukts genutzt werden. Somit müssen Bauherren zukünftig zur Finanzierung einer Immobilie weniger Eigenkapital bereitstellen.
Die Entnahme kann anschließend wieder aufgefüllt werden, Bedingung ist es aber nicht. Außerdem ist die Zulage für die Tilgung des Kredits verwendbar.
Staatliche Förderung
Die staatliche Förderung umfasst eine Grundzulage von vier Prozent des Angesparten, wobei die Höchstgrenze bei 2100 Euro im Jahr liegt. Dafür müssen wie bei allen anderen Riester-Modellen mindestens vier Prozent des beitragspflichtigen Einkommens gespart werden, wobei die Einkünfte des Vorjahres als Rechnungsbasis dienen.
Voraussetzungen für die staatliche Förderung
Um diese Möglichkeit der Riesterförderung für Wohneigentum in Anspruch zu nehmen, hat der Gesetzgeber einige Bedingungen vorgesehen. In jedem Fall muss eine staatlich geförderte Immobilie vom Besitzer selbst genutzt werden. Für die Überführung eines Riesterprodukts in eine Immobilienfinanzierung ist ein bisher mindestens angesparter Betrag von 10.000 Euro notwendig. Da jedoch kaum ein Verbraucher momentan über derartige Summen im Rahmen eines Riestervertrags verfügt, ist diese Möglichkeit der Altersvorsorge wahrscheinlich erst ab 2010 wirklich für den Verbraucher nutzbar.
Um in den Genuss einer Riesterförderung bzw. der Wohn-Riester Rente zu kommen, muss ein entsprechender Antrag bei dem Kreditinstitut gestellt werden, das die Finanzierung des Bauvorhabens abwickelt. Auch wenn diese den bürokratischen Aufwand bisher gerne noch scheuen.
Besteuerung der Eigenheimrente
Da die Riester Rente für gewöhnlich bei der Auszahlung, also nachgelagert versteuert werden muss, bildet das Finanzamt für Wohn-Riester ein sogenanntes Wohnförderkonto. Darauf werden die staatlichen Zulagen und die Tilgungsraten der Immobilienfinanzierung erfasst, anschließend werden zwei Prozent als steuerpflichtiger Anteil verbucht. Anhand dieser Summe erfolgt dann die Besteuerung im Alter. Außerdem haben diese Rentner die Möglichkeit, den Gesamtbetrag auf einen Schlag zu begleichen. Dabei ist ein Rabatt von 30 Prozent auf die gesamte Steuerschuld vorgesehen. Des Weiteren gilt wie bei jedem anderen Riesterprodukt, dass in der Ansparphase keine Steuern für dieses Kapital entrichtet werden müssen. Erst mit dem Eintritt in das Rentenalter fallen Abgaben an.
Was muss beachtet werden?
Aufgrund der demografischen Struktur sind die Bürger vermehrt dazu aufgefordert, ihre Bezüge im Alter privat abzusichern. Bauherrn sollten dennoch nichts überstürzen, denn die volle Prämie für das gesamte Jahr erhalten sie auch dann, wenn der Antrag erst im Dezember gestellt wird. Das gilt nicht zuletzt, weil darauf zugeschnittene Produkte der Banken und Kreditinstitute erst in den nächsten Monaten in ausgereifter Form auf den Markt kommen werden.
Eine Riesterfähigkeit der Tilgung muss im Darlehensvertrag von vornherein festgeschrieben sein, weil die Banken eine rückwirkende Gewährung verminderter Rückzahlungen nicht zwingend gewähren. Außerdem sollten sich Riestersparer darüber bewusst sein, dass ein Sparvertrag, der trotz staatlicher Zulagen nicht bedient wird, beim Eintritt in das Rentenalter leer ist. Es gibt also auch Wohn-Riester Vorteile und Nachteile.
Diese Form der Altersvorsorge ist selbst bei eintretender Arbeitslosigkeit vor dem staatlichen Zugriff sicher, weshalb sie für die finanzielle Absicherung im Alter besonders gut geeignet ist. Vor allem junge Familien mit Kindern profitieren in der Phase eines Hausbaus von diesen neuen Bestimmungen, weil auch der Nachwuchs auf die Förderprämien angerechnet wird.
Über die Beliebtheit der Wohn-Riesterrente lässt sich kaum zweifeln, denn derzeit wird wieder oft darüber berichtet.