Wir wirkt sich die Griechenlandkrise auf den Euro aus?
Wie gesund ist unser EURO-System?Hat der EURO nur einen leichten grippalen Infekt, der mittels rettender Finanzspritze in den Krankheitsherd Griechenland bald wieder vergessen sein wird? Oder hat er sich ernsthaft mit dem hellenischen Virus infiziert und ist damit äußerst ansteckend? Es stellt sich ernsthaft die Frage, ob man den Griechen alleinig die Verantwortung für das angeschlagene Immunsystem in Europa zuschieben kann. Griechenlands Wirtschaft war in der Vergangenheit geprägt durch Klientelpolitik und Korruption. Merkwürdig nur, dass man dem gelieferten Zahlenmaterial zur Einhaltung der Konvergenzkriterien um dieses Wissen Glauben geschenkt hat. Ratingagenturen korrigieren ihre Diagnosen über die „Gesundheit“ von EU-Mitgliedsländern fast wöchentlich. Wie lange können sich andere Mitgliedsstaaten noch über Wasser halten, wenn die Hedgefondsspekulanten bereits am Roulettetisch ihr Schicksal besiegelt haben und nur noch auf den richtigen Zeitpunkt warten, um endlich zuzuschlagen?
Wie anfällig ist der EURO?
Durch die immer weitere Verstrickung internationaler Finanzmärkte reagiert der EURO auf ein leichtes Hüsteln in der EURO-Familie wie ein Seismograph auf Erdbeben. Wenn Herr Ackermann von der Deutschen Bank abends mit einem Stirnrunzeln über die Bildschirme flimmert, kann man davon ausgehen, dass dies Auswirkungen auf den Verlauf des kommenden Börsentages haben wird und damit auf den EURO. Ist dann aber eine ausgewachsene Virusgrippe im Anmarsch, kann man, bevor die Krankheit überhaupt ausgebrochen ist, bereits die ersten Auswirkungen auf den Finanzmärkten erkennen und die Broker an den Börsen haben dann alle Hände voll zu tun, die Pflaster und Druckverbände auf den klaffenden Finanzwunden permanent zu wechseln. Zum Glück sind wir aber Bestandteil einer großen Währungsunion, die neben all den von Pessimisten prognostizierten Untergangsszenarien, den großen Vorteil hat, sich in Krisenzeiten unterstützen zu können. Und das ist auch gut so. Welche Funktion sollte sonst eine Gemeinschaft in seiner ursprünglichen Definition überhaupt haben, als an ihr zu wachsen und sich in guten wie in schlechten Zeiten beizustehen. Das Rettungspaket für Griechenland und die damit verbundene Stärkung des EURO ist mehr als notwendig und darf auf keinen Fall in Frage gestellt werden. Europa hat derzeit keine andere Wahl und vor allem keine Zeit als das kränkelnde Mitglied aufzufangen.
Wohin geht die Reise mit dem EURO?
Der EURO hat den tiefsten Stand seit April 2006 erreicht. Er liegt heute bei knapp 1,26 Dollar.
Die Griechenlandkrise und die noch nicht vollständig ausgeheilte Finanzkrise der letzten Jahre, hat uns einen Dämpfer verpasst, der nach mehr staatlicher Kontrolle innerhalb der Finanzmärkte schreit. Es muss eine unabhängige Institution geschaffen werden, die Konvergenzkriterien verschärfter zu kontrollieren hat und wirkungsvolle Auflagen bei Nichteinhaltung erteilt. Die Frage ist damit aber noch nicht umfänglich beantwortet. Inwieweit ist durch dieses Verabreichen von Finanzspritzen eine Gesundung von innen heraus gewährleistet? Die Antwort kann nur sein…gar nicht. Die Forderung an Griechenland muss nun sein, den Staatshaushalt durch massive Einsparungen zu sanieren. Das luxuriöse aber nicht mehr bezahlbare Rentensystem muss überdacht werden. Sollte es denn Griechen nicht gelingen sich ab jetzt am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, muss die logische Konsequenz Ausschluss aus der Europäischen Union bedeuten. Der Vorteil für Griechenland wäre; durch die neue/alte Währung könnte es die Waren im Ausland besser und günstiger absetzen und wird auch für ausländische Investoren am Markt wieder attraktiver. Sollte anderen Mitgliedsstaaten wie Portugal oder Spanien etwa das gleiche Schicksal ereilen, würde der EURO stark geschwächt werden. Das Vertrauen in den EURO und die Europäische Union würde sinken. Der Dollar würde von der Schwäche des EURO profitieren und unsere Preise würden steigen, für alle Waren, die auf dem Weltmarkt in Dollar zu bezahlen sind. Inflationäre Zustände könnten das Horrorszenario weiter ausmalen. Die Wirtschaftsexperten dieser Welt streiten nun vor ihren Glaskugeln, wer nun das Ei des Kolumbus erfinden wird, um den Euro aus der Krise zu holen.