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Bildung in Deutschland

PISA-Studien werden seit 2000 alle drei Jahre in den meisten Mitgliedsstaaten der OECD und einer zunehmenden Anzahl von Partnerstaaten durchgeführt. Das Programm zur weltweiten Schülerbeurteilung "Programme for International Student Assessment, PISA) der OECD hat zum Ziel, alltagsrelevante Kenntnisse und die schulischen Fähigkeiten 15-jähriger Schüler zu messen. Und Deutschland hat hierbei noch nie Lorbeeren geerntet. 

 

Informationsmedien mit fundierten Inhalten und politische Wissenskataloge gibt es dabei zu genüge, beispielsweise auf dem Portal Lektorat.de, ein Lektorat von politischen Texten für Parteien und Regierungen. Doch das ursprüngliche Problem sitzt tiefer - in der Schulbildung.

Es war schon so etwas wie eine Ohrfeige für das deutsche Bildungssystem, was Vernor Munoz Villalobos, amtierender Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung der Uno, über das deutsche Bildungssystem sagte. Er bezeichnete das dreizügige Schulsystem als Auslaufmodell, und er kritisierte, dass der Föderalismus im Bildungswesen ein Relikt vergangener Zeiten sei.

Und diese Aussage kam unmittelbar nach der langjährig umstrittenen Föderalismusreform, mit der Übertragung des kompletten Bildungssystems an die Länder. Haupttenor seiner Kritik war: "Die Kleinstaaterei muss endlich überwunden werden!"

Sämtliche Politiker von CDU/CSU und SPD reagierten auf diese Kritik zum Teil mit unverholenem Zynismus und wollen unter allen Umständen an der Verantwortung der Bundesländer festhalten.

Warum? Besonders die Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Bayern haben dies bei der Föderalismusreform durchgeboxt und mit einem Scheitern der Reform gedroht. Bildung ist also heute reine Ländersache, der Bund außen vor. Annette Schavan hat mehr oder weniger nur noch eine beratende Funktion. Und Familienministerin von der Leyen muss ihre Kita-Plätze vom Bundesrat absegnen lassen, denn auch die frühkindliche Bildung ging komplett in die Verantwortung der Länder und Kommunen über. Als von der Leyen erkannte, dass die Finanzierung ihres Projektes an den Ländern scheitern könnte, hat sie mit Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD) nach einer Lösung gesucht und gefunden: ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, an dem sich dann der Bund beteiligen muss.

Um die gesamte Föderalismus-Reform nicht scheitern zu lassen, stimmte auch die SPD trotz größter Bedenken dem zu. Zwar hat der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck diese Reform mit initiiert, doch auch er stellte die komplette Übertragung des deutschen Bildungssystems an die Bundesländer bei einer Pressekonferenz zur Diskussion.

Die Ministerpräsidenten, die die politische Alleinzuständigkeit im Bildungswesen verlangten, wollen im Hochschulbereich das Sagen haben. Aber vor allem die Grünen und die Linkspartei sehen die Gefahr, dass das bisher schon unheitliche Bildungssystem noch mehr auseinander fällt. Natürlich würden international hochgradig anerkannte Studiengänge wie MBA (Master of Business Administration) einen wichtigen Faktor im deutschen Bildungswesen darstellen, dennoch solle man die vorbildenden Schulstufen nicht vernachlässigen.

Der Bund jedoch wurde verpflichtet, einen Großteil der Bildungskosten in den Ländern zu tragen. Doch die Verteilung der Mittel bleibt den Ländern überlassen. Dies rief sofort den Bundesrechnungshof auf den Plan. Zitat: "... so werden aus den Fördermitteln beispielsweise Schuldächer saniert, die Einfahrt und der Zaun erneuert, die Heizung saniert oder das Schulmuseum umgebaut." Man forderte die Politiker auf zu überlegen, ob man diese Gelder nicht wieder zurückfordern sollte.

Der Streit um die Ganztagesschulen hat sich zwischenzeitlich gelegt, denn selbst konservative Kritiker haben ihren Widerstand aufgegeben. Die Länder verweigerten die Umsetzung dieser modernen Schulform, die die skandinavischen Länder an die Spitze der Pisa-Studie brachten, vor allem mit dem Argument, dass dies nicht dem christlichen Familienbild entsprechen würde. Erst als der Bund vier Milliarden Euro für neue Ganztagsschulen bereitstellte, begann ein langsames Umdenken.

Das Wort Pisa ist in Deutschland ein sehr negativ besetztes Wort. "Pisa lässt grüßen!" ist heute eine Aussage, die für schlechte schulische Leistungen steht. Dabei zeigt die Studie nicht nur die Mängel des deutschen Schulsystems auf, sondern auch Wege aus der Krise. Durch Pisa wurde deutlich, wo Potenziale im Argen liegen. Die Schwächen wurden besonders bei den wissenschaftlichen Fächern deutlich, wobei auch Defizite in den populären Fremdsprachen, wie etwa Englisch oder Spanisch, bemängelt wurden.

Die Kultusminister der Länder fühlten sich auf den Schlips getreten und versprachen aber eine Prüfung der Ergebnisse. Der Pisa-Forscher Manfred Prenzel stellt die Lehrer in den neuen Ländern als Vorbilder dar: "... dass trotz aller Widrigkeiten, gerade unter den ostdeutschen Pädagogen, besonders viele sind, die die Ärmel aufkrempeln und die Geschicke ihrer Schulen aktiv gestalten, von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Thüringen." Einhellig widersprachen die Länder-Ministerpräsidenten dieser Aussage mit Entrüstung, aber vielleicht auch deswegen, weil die Pisa-Forscher zwei Drittel der Gymnasien als zu phlegmatisch bezeichnet haben und die Politiker, aber auch ein Teil der Schulleiter nicht bereit wären, sich von eingefahrenen Strukturen zu trennen.

So zum Beispiel das Sitzenbleiben – das besonders an Gymnasien als Teil der der Schülerförderung bezeichnet wird. Sitzenbleiben hat Ursachen: erhebliche Mängel bei der Förderung vor allem der schwächsten Schüler, darunter fallen natürlich die Schüler, die einen Migrationshintergrund haben. Hier etwas zu bewegen, ist eine der Hauptforderungen der neuesten Pisa-Studie.

Ohne Pisa hätte es vermutlich noch heute keine intensive Diskussion der Kultusminister gegeben, die je nach Parteizugehörigkeit noch immer aus ihren ideologischen Überzeugungen heraus argumentieren.

Die Frage aller Fragen ist jedoch: "Was wissen und können Jugendliche?" Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass nach der Studie aus dem Jahr 2000 vor allem an den Gymnasien das Niveau angestiegen ist: Schüler wissen und können mehr als beim ersten Pisa-Test. Doch im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland immer noch zu weit hinten.

Dennoch: ein sich in Zukunft positiv auswirkender Faktor wird die steigende Internetkompetenz der jungen Generation darstellen. Hierbei spielt der vereinfachte und schnelle Zugriff auf relevante Informationen über das Internet eine entscheidende Rolle, was nicht zuletzt Portalen wie etwa Bestenoten.de zu verdanken ist.

Während sich dieses Genre aktuell zwar noch maßgeblich auf Studierende bzw. Studierende im Fernstudium und Auszubildende beschränkt, wird dieses weltweite Medium mit einer Mischung aus Zeitgeist und Benutzerfreundlichkeit zunehmend zur Jugendbildung beitragen.

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