| Die industrielle Gesellschaft birgt mit ihrem ständigen Strukturwandel für jeden spezifische Risiken: Die Leistungssteigerungen durch die Computerisierung lassen sich durch Erhöhung der Anzahl der produzierten Produkte nicht auffangen, weil die Nachfrage naturgemäß ihre Grenzen hat. Zu dieser technischen Entwicklung, durch die immer mehr Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, trägt jeder Arbeitnehmer und jeder preisbewußte Verbraucher in der einen oder anderen Weise bei. Arbeitslosigkeit gehört damit zu den Risiken, welche der Einzelne für sich nicht vermeiden kann. Durch entsprechende Qualifizierung kann er sie allenfalls abmildern - ausweichen kann er ihnen letztlich nicht. Mit dem gesellschaftlich bedingten Risiko des Einzelnen, arbeitslos zu werden oder nicht mehr ins Arbeitsleben zurück finden zu können, kann und darf er und seine Familie daher nicht allein gelassen werden. Vielmehr ist hier die solidarische Unterstützung der Gemeinschaft erforderlich, wobei diejenigen, die aufgrund besonderer Arbeitsverhältnisse nicht arbeitslos werden können (z. B. Beamte), einen besonderen Solidarbeitrag zu leisten haben. Es kommt entscheidend darauf an, alle Maßnahmen zu ergreifen, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, sei es durch weitere deutliche Arbeitszeitverkürzung, sei es durch Schaffung neuer, zeitgemäßer Arbeitsplätze. Da aber auch dies im Einzelfall letztlich nicht ausreicht, ist Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe eine Grundvoraussetzung jeder solidarischen Gesellschaft. Arbeitslose, ja insbesondere Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger von dieser Solidarität auszuschließen, verunstaltet die soziale Marktwirtschaft weiterhin zum puren Kapitalismus. Gerade in krisenhaften Zeiten muß sich das soziale Netz bewähren. Die PASS verkennt dabei nicht, daß die lange Kette der letzten, gegen Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger gerichteten Gesetze Teil einer seit Jahrzehnten betriebenen Umgestaltung der Gesellschaft sind, die durch immer neue Regelungen systematisch betrieben wird. Ziel dieses gesellschaftlichen Umbaus ist, durch immer stärkere Umverteilung von unten nach oben, Arme immer ärmer werden zu lassen, damit einige Reiche immer reicher werden können. Es geht uns darum, diesem Mißstand entgegen zu wirken und die Weichen wieder richtig zu stellen: Denjenigen, die mit der Haut der sozial Benachteiligten durchs Feuer gehen wollen, muß endlich ihr unheilvolles Handwerk gelegt werden! |